Gemeinsame Pressemitteilung der IGM Ostalb und der IGM HDH VARTA in der Krise

IG Metall fordert Zukunft als Einheit und verbindliche Perspektive für Beschäftigte


30. Juni 2026 30. Juni 2026


VARTA in der Krise: IG Metall fordert Zukunft als Einheit und verbindliche Perspektive für Beschäftigte 

Gemeinsame Pressemitteilung der IG Metall Ostalb und der IG Metall Heidenheim 

Beim Batteriehersteller VARTA hält die Unsicherheit für die Beschäftigten an und spitzt sich weiter zu. Zwar hat das Unternehmen 2025 seine finanzielle Restrukturierung abgeschlossen, Schulden reduziert und mit neuen Investoren frisches Kapital für einen wirtschaftlichen Neuanfang erhalten. Doch die Lage in den Betrieben bleibt angespannt und die Zukunft des Unternehmens ist weiterhin offen. 

Der bereits erfolgte Stellenabbau hat viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer hart getroffen. Mit der angekündigten Schließung des Standorts Nördlingen und rund 350 gefährdeten Arbeitsplätzen wächst der Druck zusätzlich. Bis Ende Juli 2026 muss eine neue Finanzierung stehen, andernfalls droht im schlimmsten Fall die Zerschlagung des Unternehmens. Entsprechende Investorenmodelle, die auf eine Aufteilung einzelner Sparten abzielen, bewertet die IG Metall äußerst kritisch. 

„Die Kolleginnen und Kollegen bei VARTA haben in den vergangenen Jahren enorme Leistungen erbracht, teils unter schwierigsten Bedingungen. Sie haben diese Krise weder verursacht noch zu verantworten“, erklärt Katja Kalkreuter, Gewerkschaftssekretärin der IG Metall Heidenheim und Unternehmensbetreuerin. „Jetzt erwarten wir von der Kapitalseite, dass sie ihrer Verantwortung gerecht wird und die Zukunft der Arbeitsplätze endlich verbindlich absichert.“

 Für die IG Metall steht fest: VARTA muss als industrielle Einheit erhalten bleiben. Eine Zerschlagung mag für einzelne Finanzinvestoren kurzfristig attraktiv erscheinen, wäre jedoch ein schwerer Rückschritt für den Industriestandort Deutschland. Mit dem Unternehmen stehen technologisches Know-how, industrielle Wertschöpfung und die Chance auf Weiterentwicklung zukunftsweisender Batterietechnologien auf dem Spiel. Gerade in Zeiten wachsender geopolitischer Unsicherheiten ist die industrielle Souveränität von zentraler Bedeutung. VARTA verfügt über hochqualifizierte Beschäftigte, jahrzehntelange Erfahrung und vielversprechende Ansätze in der Entwicklung neuer Zelltechnologien. Dieses Potenzial darf nicht durch kurzfristige Verwertungsinteressen verspielt werden. 

Fabian Fink, Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Aalen und Schwäbisch Gmünd, betont: „Wenn ein Unternehmen wie VARTA Standorte schließt, massiv Personal abbaut und im schlimmsten Fall zerschlagen wird, trifft das nicht nur die Beschäftigten im Betrieb. Ganze Wertschöpfungsketten geraten unter Druck.“ 

Auch die betriebliche Interessenvertretung fordert klare Perspektiven. Stefan Vetter, Betriebsratsvorsitzender der VARTA Consumer Batteries am Standort Ellwangen Neunheim, erklärt: „Für uns steht fest: Wir kämpfen um jeden einzelnen Arbeitsplatz. Die Kolleginnen und Kollegen brauchen jetzt Sicherheit. Keine bloßen Ankündigungen, sondern verbindliche Perspektiven. Die Menschen hier in der Region haben ihr Leben und ihre Existenz auf diese Arbeitsplätze aufgebaut. Es ist unsere gemeinsame Pflicht, tragfähige Lösungen zu finden.“ 

Die IG Metall unterstützt jede ernsthafte Investorenlösung, die den Fortbestand der VARTA sichert und eine langfristige industrielle Perspektive eröffnet. Entscheidend ist dabei, den Blick nicht allein auf den aktuellen Verwertungswert einzelner Unternehmensteile zu richten, sondern auf das Zukunftspotenzial des Unternehmens insgesamt. Denn der Wert von VARTA bemisst sich nicht an einer möglichen Zerschlagung, sondern an der Fähigkeit, Innovation, Beschäftigung und technologische Stärke in Deutschland und Europa dauerhaft zu sichern.