Klausur der Ortsvorstände der Geschäftsstellen AA und GD IG Metall Ostalb auf Kurs: Ortsvorstände stellen Weichen für Tarifrunde und Zukunft

Vom 10. bis 12. Juni kamen die Ortsvorstände zur jährlichen Klausur zusammen....

OV

24. Juni 2026 24. Juni 2026


IG Metall Ostalb auf Kurs: Ortsvorstände stellen Weichen für Tarifrunde und Zukunft 

 

Klausur der Ortsvorstände der Geschäftsstellen Aalen und Schwäbisch Gmünd 

 

Vom 10. bis 12. Juni 2026 kamen die Ortsvorstandsmitglieder der IG Metall Aalen und Schwäbisch Gmünd im Hotel Sonne in Rudersberg zu ihrer jährlichen Klausur zusammen, um das vergangene Jahr zu reflektieren und die Aktivitäten für die kommenden Monate zu planen.

 Ein zentrales Thema war die anstehende Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie. Deren Ausgangssituation wurde gemeinsam mit Tomasz Gorski, Tarifsekretär der Bezirksleitung der IG Metall Baden-Württemberg, intensiv beleuchtet. Darüber hinaus richtete sich der Blick auf den aktuellen Stand der Forderungsdebatte. Diese wurde Anfang Juni durch eine aktivierende Befragung der Beschäftigten in den Betrieben angestoßen. Themen wie der Erhalt der Kaufkraft bei steigenden Lebenshaltungskosten und eine wirksame Zukunftssicherung für Betriebe und Arbeitsplätze werden dabei unter anderem diskutiert. Gleichzeitig arbeitet die IG Metall Ostalb daran, neue Mitglieder zu gewinnen und bestehende langfristig zu binden – besonders in Zukunftsbranchen. Hierzu wurden entsprechende Strategien erörtert. 

Auch die Ergebnisse der Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg sowie der neue Koalitionsvertrag der grün-schwarzen Landesregierung unter Führung von Ministerpräsident Cem Özdemir standen auf der Agenda. Gemeinsam mit Dr. Jendrik Scholz, Abteilungsleiter für Arbeits- und Sozialpolitik beim DGB Baden-Württemberg, wurde der Koalitionsvertrag im Hinblick auf die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eingehend analysiert. Das Fazit fiel kritisch aus: Trotz einzelner Lichtblicke bleiben viele Ziele und Vorhaben der Regierungskoalition unzureichend. Es fehlt unter anderem an Tariftreue bei der öffentlichen Vergabe, an einer Stärkung des betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutzes sowie an zusätzlichem Personal für die Gewerbeaufsicht. Ebenso mangelt es an tragfähigen Lösungsansätzen für den Investitionsstau in den Krankenhäusern und den Ärztemangel. Hinzu kommen unzureichende Wohnungsbauziele, das Ausbleiben einer handlungsfähigen Landeswohnungsbaugesellschaft sowie das Festhalten an der Schuldenbremse bei gleichzeitig zu geringen Investitionen. In der Wirtschafts-, Struktur- und Industriepolitik finden Gewerkschaften zudem kaum Berücksichtigung: Mitbestimmung und Tarifbindung sind nur schwach verankert und die Interessen der Beschäftigten werden insgesamt zu wenig berücksichtigt. Um dennoch auf die Forderungen von DGB und IG Metall für ein „Länd der guten Arbeit“ aufmerksam zu machen und deren Umsetzung voranzutreiben, wird die IG Metall aktiv auf die Landtagsabgeordneten der jeweiligen Wahlkreise zugehen. 

Trotz der schwierigen geopolitischen und gesamtwirtschaftlichen Lage, deren Auswirkungen auch in den Betrieben und der Gesellschaft auf der Ostalb spürbar sind, gingen die Ortsvorstände motiviert aus der Klausur hervor. Nach wie vor ist die IG Metall in der Region eine starke Kraft und sowohl betriebs-, tarif- als auch gesellschaftspolitisch handlungsfähig – und das soll auch künftig so bleiben.